Maori Tattoo – Tattoos im Stile der Südsee, werden heutzutage auch in unseren Kulturkreisen immer beliebter. Dennoch wissen wahrscheinlich nur wenige von ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung.

Wer sich heute ein Tattoo im Maoristil stechen lässt, der entschiedet sich sehr wahrscheinlich für ein Tatau (samoanisch: Zeichen). Jedoch ist die genaue Ausführung eines Tataus von der geografischen Herkunft abhängig. Tataus aus Samoa sehen anders aus, als Tataus aus Tahiti. Auch die Bedeutungen der Symbole unterscheiden sich dahingehend. In unserer Zeit werden Tataus mit modernen Tätowiermaschinen und Tattoo Farbe gestochen, doch das war nicht immer so. Wer sich nach polynesischer Tradition behandeln lassen will, der muss eine lange Prozedur und viele Schmerzen in Kauf nehmen.

Maori Tattoo auf der Brust

Im Gegensatz zur zeitgenössischen Techniken, bei denen die Farbe durch punktuelle Stiche unter die Haut transportiert wird, verwendeten die Ureinwohner der Südsee Messer und Meißel, die sie aus Eisen, scharfen Knochen oder Tierzähnen, zum Beispiel von Haien, gefertigt wurden. Mit diesen Werkzeugen wurden Schnitte in die Haut geritzt, welche danach mit Pigmenten, die man meist aus verbranntem Holz gewann, versehen wurden.

Tattoos – der Personalausweis der Maori

Beim Volk der Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, haben Tattoos jedoch eine noch höhere Bedeutung, hier werden sie fast schon als heiliges Relikt betrachtet. Aus diesem Grund kann sich hier nicht jeder einfach so ein Tattoo stechen lassen. Die Maori stechen die Tā moko nicht nach Vorlage aus einer Mappe, was dafür sorgt, dass jedes Tattoo ein individuelles Kunstwerk ist.

Vor allem Tattoos im Gesicht hinterließen Eindruck bei den Mitmenschen. Diese waren nur für höhere Stammesmitglieder vorgesehen und stellen durch die verschiedenen Positionierungen und Symbole die Geschichte und Stellung der Familie dar. Jeder Bereich des Gesichtes hat eine besondere Bedeutung, die etwas über Rang, Ehe oder Arbeit des Trägers aussagen. Der Bereich im Zentrum der Stirn beschreibt zum Beispiel den gesellschaftlichen Rang des Trägers, während die Schläfenregion anzeigt, wie viele Ehen der Träger bisher einging. Die Tätowierungen auf der Wange spiegeln die Arbeit wieder. Das Kinn ist für den Status bei der Geburt reserviert.

Maori Tattoos heute

Auch heute sind Maori Tattoos vor allem im Südpazifik sehr präsent. Doch das war nicht immer so. Vor allem im 20. Jahrhundert schlug ihren Trägern aus der Bevölkerung viel Ablehnung entgegen. Das ist vor allem auf die politische Stellung der Ureinwohner in dieser Zeit zurückzuführen. Maoris wurden benachteiligt und rutschten in die Kriminalität ab, daher verbunden viele Menschen die Tattoos mit etwas Schlechtem. Mittlerweile wird ihre Kultur staatlich gefördert, was auch den Tattoos eine Renaissance bescherte.

Maori Tattoos, die heute in der westlichen Welt gestochen werden, haben meist wenig mit den traditionellen Bedeutungen zu tun. In der Regel wählen die Kunden Meerestiere, wie Fische oder Schildkröten, Symbole oder Schriftzüge, die sie mit der Südsee verbinden. Diese reichen von Skulpturen über Masken bis hin zu Mustern, die an die traditionellen Körperbemalungen angelehnt sind. Auch in unserem Tattoo Studio bieten wir Maori Tattoos an, sendet uns einfach eine Anfrage!

Maori Tattoo Zeichnung
Polynesian Tattoo auf der Schulter